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Für einige Organisationen ist das kurzfristige Überleben der einzige Punkt auf der Tagesordnung.

Andere blicken durch den Nebel der Ungewissheit und denken darüber nach, wie sie sich positionieren sollen, wenn die Krise vorüber ist und sich die Dinge wieder normalisieren.

Andere halten Ausschau nach den Walen, wie sie die aufgewühlten Wellen auf hoher See für sich nutzen, um den Sturm zu meistern. Doch sie sehen nur selten den ganzen Wal, meist nur Teilansichten: von der Finne, dem Kopf, der Fluke oder dem Flipper.

Das Beobachten von Strategien gleicht diesem „Whale Watching“ wir sehen nie die ganze Strategie sondern immer nur Teilstücke.

Das Strategieverständnis von Technologieunternehmen in Phasen der Transformation

 

 

Sturmreiter

Strategien der TecDax Konzerne

Eine Studie von Alex & Verne.

 

Autoren der Studie: Lothar Dörr, Dr. Lars Immerthal und Dimitrij Naumov

Die Studie kann hier kostenfrei angefordert werden.

 

 

Was zeichnet das Strategieverständnis von Hochtechnologieunternehmen in Phasen der Transformation aus? Das ist Ausgangsfrage dieser Studie, die wir mit einem besonderen Blick auf die TecDax-Unternehmen stellen.

Als Sturmreiter bezeichnen wir die TecDax-Unternehmen. Denn sie verfügen über besondere Fähigkeiten, Mentalitäten und Ausrüstung – aber eben nicht nur, um heil durch den Sturm zu gelangen, sondern um die aufgewühlten Wellen auf hoher See für sich nutzen können, um den Sturm zu reiten.

Sinngebung und Wertemodelle

Erfolgreiche TecDax Unternehmen erweitern die quantifizierten Ziele und Meilensteine einer Strategie um eine Perspektive, die den Ritt durch den Sturm als notwendig und sinnvoll verständlich machen. Sturmreiter sind sich darüber im Klaren, dass ein reines Denken in Effizienzen und Meilensteinen eine fatale Leere bei Mitarbeitern, Kunden und Stakeholdern hinterlässt und damit deren Motivation und Vertrauen untergräbt.

Kontingenz und Reflexion

Hier geht es nicht allein um die Aufzählung verschiedener möglichen Risiken und deren Beherrschbarkeit. Das Risikomanagement System der fragt darüber hinaus, warum die Welt nicht auch ganz anders sich entwickleln und aussehen könnte. Solche Unternehmen entwickeln Reflexionsvermögen und Imagination, die auch für den nächsten Punkt wichtig sind.

Rahmen und Ressourcen

Die Gestaltung der Organisation fokussiert sich bei den Sturmreitern auf Agilität, dezentrales Netzwerkdenken sowie Diversität und Partizipation als wesentliche Führungsprinzipien. Werden diese Organisationsprinzipien als Teil des eigenen Strategieverständnisses gelebt, dann sichern sie das Überleben und Erfolg in einer dynamischen Umwelt.

Transformation und Programme

Ein Großteil der TecDax Unternehmen durchläuft Transformationsprogramme mit verschiedenen Schwerpunkten, bei denen das Wachstum des Unternehmens und die Ausrichtung der Organisation im Vordergrund steht. Transformation wird dabei als Regel und nicht als Ausnahme begriffen. Strategie entfaltet genau dort ihre eigenliche Stärke, wo sie neben einer statischen Planung, die Transformation mit Hilfe dynamischer Landkarten betrachtet. Also einer Landkarte, die sich bei jedem Schritt ins Unbekannte den Gegebenheiten anpasst oder diese gar antizipiert.

Emergenz und Innovation

 Hier kommt es ähnlich wie beim Risikomanagement darauf an, dass das Unternehmen eine ungezähmte Vorstellungskraft in Anschlag bringen darf, um wirklich radikal Neues zu schaffen oder Trends entdecken und antizipieren zu können. Eine Fähigkeit, die wir z.b. in Googles Blue Sky Thinking gefunden haben.

5 Strategieelemente stehen im Fokus

Vorgehensweise

Für uns ist die Beschäftigung mit dieser Frage von der Überzeugung geleitet, dass es keine strategielosen Organisationen gibt. Denn wir verstehen Strategien als einen generellen Modus, in dem Unternehmen ihr Dasein koordinieren und sich als Einheit zusammenhalten. 

Es sind teils bewusst gestaltete, teils in der Praxis über Jahre entstandene nie formalisierte, netzartige und ständigen Veränderungen unterworfene Muster, das Haltegeflecht der lebenden Organisation. Sie durchziehen jeden Bereich des Unternehmens, zeigen sich jedoch nur in bestimmten Situationen, in Ausschnitten, häufig camoufliert und niemals in ihrer Gesamtheit.Wer Strategien (und damit auch Erfolgsmuster) identifizieren will, muss sich deshalb von dem gewohnten Instrumentarium verabschieden und dem Anspruch „das große Ganze“ zu sehen. 

Das Beobachten von Strategien gleicht viel eher dem „Whale Watching“. Wir sehen selten den ganzen Wal, sondern nur Teilansichten: von der Finne, dem Kopf, der Fluke oder dem Flipper. Und oft genug sehen wir lediglich schäumendes und unruhiges Wasser, einen Blasstrahl, hören spezifische Geräusche. Dann zeichnet nur noch unsere Vorstellungkraft das Bild von seiner ungeheurlichen Lebendigkeit, die ihn über die Weltenmeere ziehen läßt. Darüber sollten wir glücklich sein. Denn als reines Anschauungsobjekt, als etwas Ganzes sehen wir den Wal nur noch leblos in der Brandung. Ein beklemmendes Bild, die totale Negation des Whale Watching …

Whale Watching

 

 

 

In einem lebendigen Unternehmen zeigen sich Strategien auf unterschiedlichste Weise. Etwa in der Gewichtung und Priorisierung bestimmter Trends, wenn beispielsweise „Herausforderungen, die sich aus der steten Zunahme der Weltbevölkerung bei gleichzeitig steigender Lebenserwartung ergeben und deren gesellschaftliche, technologische und wirtschaftliche Konsequenzen nur mittels – disruptiver – Innovationen gelöst werden können.“

Oder durch das Bild einer digitalen und flexibilisierten Welt, in der man den Anspruch hat, „die richtigen technologischen Antworten auf die sich rasant ändernden Märkte sowie auf die großen Zukunftsthemen Digitalisierung, Mobilität und Sicherheit zu geben“ , und mit Partnern und Kunden entschlossen die „optimale Route in die digitale Zukunft“ zu beschreiten. Einer Welt, die zur fortwährenden „schnellen Umsetzung und Anpassung an Trends“ zwingt und in der hohe „Widerstandsfähigkeit und Dynamik“ zum Überlebenskriterium geworden sind.

Diese spezifischen Perspektiven auf die Welt und die eigene Rolle sind indes keine naturwissenschaftlichen Gewissheiten. Sie sind Ausdruck einer bestimmten Werte- und Denkhaltung und als solche nicht nur kontingent (wie beispielsweise die sehr anderen Perspektiven amerikanischer, oder asiatischer Unternehmen zeigen), sondern Manifestationen von Strategien und Selbstbeschreibungen. Schemen der Wale, von denen die Sturmreiter in den Führungsetagen begleitet werden.

 

Eine Studie von Alex&Verne